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karin ter steege

karin ter steege Produktmanagerin

Arbeitet als Produktmanagerin und übersetzt die Anforderungen aus der Praxis in ein starkes Sortiment und klare Produktlösungen. Mit Fokus auf Qualität, praktische Anwendbarkeit und optimale Leistung.

Calciumversorgung und Milchfieber

Wussten Sie, dass bis zu 50 Prozent aller Kühe rund um das Abkalben von einem Calcium Mangel betroffen sind? Insbesondere bei älteren Kühen wird die Knochenmineralisation vermehrt zum Problem. Ab der zweiten Laktation steigen deshalb die Fälle von klinischem und subklinischem Milchfieber bzw. Gebärparese. Die gezielte Verabreichung eines Calcium Bolus vor und nach der Kalbung kann die Versorgung der Kuh ausgleichen und einem Calciummangel entgegenwirken.

Funktionen von Calcium im Körper

  • Bildung/Mineralisierung von Knochensubstanz
  • Muskelkontraktionen
  • Blutgerinnung
  • Signalübermittlung Nervensystem
  • Vielseitige Enzymfunktionen

Ursachen und Symptome der Hypokalzämie

Ausgelöst wird der Calciummangel (Hypokalzämie) nach der Kalbung durch den Beginn der Milchproduktion. Der schnell steigende Bedarf kann durch die zu geringe Futteraufnahme meistens nicht gedeckt werden. Die Kuh nutzt das sofort verfügbare Calcium im Blut, welches allerdings schnell aufgebraucht ist. Der Großteil des körpereigenen Calciums ist in den Knochen (99%) gespeichert. Dessen Mobilisation über die hormonelle Gegenregulation (vgl. Abbildung 1) wird allerdings mit zunehmender Laktationszahl ineffizienter. Hinzu kommt, dass auch die intestinale Calciumabsorption abnimmt. Da Calcium an der Regulation der Muskelkontraktion beteiligt ist, wirkt sich ein Mangel auf viele wichtige Prozesse aus.

>> Abbildung 1: Hormonell gesteuerter Knochenstoffwechsel zur Bereitstellung von Calcium

Doch ab wann wird eine Hypokalzämie gefährlich? Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der klinischen und subklinischen Form. Erstere führt bei Nichtbehandlung zum Versterben der Kuh und wird in drei Stadien unterteilt. Hier ist Wachsamkeit und gute Tierbeobachtung entscheidend, um frühestmöglich eingreifen zu können.

>>Tabelle 1: Stadien der klinischen Hypokalzämie

Bereits unter der Geburt können Schwergeburten und Nachgeburtsverhaltung aufgrund reduzierter Gebärmutterkontraktionen eine Gebärparese ankündigen. Appetitlosigkeit und möglicherweise Verstopfung können durch die eingeschränkte Darm- und Pansenmotilität bedingt sein.

Subklinisches Milchfieber ist schwieriger zu erkennen, wodurch sich schwerer verlässliche Zahlen zur Häufigkeit sammeln lassen. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50% aller Kühe betroffen sind. Diese Kühe fressen weniger, geben weniger Milch und sind krankheitsanfälliger. Letzteres bedingt häufig Folgeerkrankungen und Folgekosten.

Eine unzureichende Schließmuskeltätigkeit der Zitzen erleichtert es Erregern einzudringen und eine Euterentzündung (Mastitis) auszulösen. Die geringere Futteraufnahme erhöht außerdem das Risiko für Ketose und Labmagenverlagerung. Zusätzlich schränkt eine suboptimale Pansenmotilität die Fermentationsprozesse ein, wodurch die Futterverwertung und Milchleistung beeinträchtigt sein können. Das Risiko für frühzeitige Abgänge wird zusätzlich erhöht.

Risikofaktoren für Calciummangel

  • >2 Laktationen
  • Vorbelastung mit Milchfieber
  • Hohe Milchleistung
  • Verfettung vor der Kalbung (BCS > 3,5)

Calciummetabolismus anregen

Bereits im Trockenstehermanagement sollte auf die Körperkondition geachtet werden. Bei einer Überkonditionierung (BCS>3.5) steigt nicht nur das Risiko für Ketose. Verfettete Kühe verbrauchen mehr Calcium und können Vitamin D schlechter nutzen. Der Calciumgehalt im Futter sollte deshalb bekannt und angepasst sein. Kaliumarme Fütterung und eine Anreicherung mit sauren Salzen können in der Close-Up Phase die Mobilisation von Calcium und Phosphor aus den Knochen trainieren. Diese Maßnahmen sollten jedoch genau überwacht werden, um positive Effekte zu erzielen.

Vorsorge statt Nachsorge: Der Topro Calcium Bolus

Die Verabreichung des Topro Calcium Bolus ermöglicht eine ergänzende Versorgung bei Risikokühen. Zwei aufeinander abgestimmte gut lösliche Calciumquellen versorgen die Milchkuh über mehrere Stunden. Zusätzlicher Phosphor und Vitamin D3 tragen zur besseren Calciumabsorption bei. Die Wirksamkeit konnte bereits in einem Versuch bestätigt werden.

Es kann allerdings vorkommen, dass eine Calciumversorgung (auch die Infusion) keinen nachhaltigen Erfolg zeigt. Dann lohnt es sich über weitere Ursachen von atypischem Milchfieber nachzudenken. In unserem Artikel „Warum steht meine Kuh nicht auf?“ erfahren sie mehr hierüber.

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