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Carmen Lieven

Carmen Lieven Marketing- und Content-Spezialistin

Arbeitet als Marketing- & Content-Creator und entwickelt Wissensdatenbank-Inhalte sowie Marketingmaterialien, die Fachinformationen in praxisnahe Erkenntnisse übersetzen.

Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben?

Auswertung von Roboterdaten mit Topro KetoDuo Bolus

In der Transitphase ist die optimale Versorgung mit Energie für Kühe mitunter die größte Herausforderung. Die Milchproduktion beginnt, Hormone schwanken und die Futteraufnahme steigt nicht schnell genug. Dieses Energiedefizit erkennt man an Kühen, die „nicht gut starten“ – mit geringerer Fresslust und Aktivität, Konditionsverlust und einer zurückbleibenden Milchleistung. In Roboterherden zeigt sich dies frühzeitig in den Daten: Fress-, Besuchs- und Aktivitätsmuster ermöglichen eine effektive Früherkennung, noch bevor sich äußerliche Symptome festsetzen.

Um zu untersuchen, welchen Einfluss der Topro KetoDuo in der Praxis hat, wurde auf 9 niederländischen Milchviehbetrieben mit Melkrobotern ein Versuch mit 120 Kühen durchgeführt. Hierbei ging es auch darum festzustellen, welcher Einsatzzeitpunkt (vor oder nach dem Abkalben) die besseren Ergebnisse bringt.
Die Tiere wurden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Kontrollgruppe: kein Bolus
  • KetoDuo Gruppe 1: 2 Boli eine Woche vor dem Abkalben
  • KetoDuo Gruppe 2: 2 Boli direkt nach dem Abkalben

Wöchentlich wurden Durchschnittswerte aus den Robotersystemen für Fressverhalten und Milchleistung erfasst:

Was zeigt sich in den Roboterdaten?

Das wichtigste Ergebnis für die Praxis ist, dass die KetoDuo-Gruppen besser weiter fraßen und mehr Milch produzierten. In den ersten 8 Wochen nach dem Abkalben lag die tägliche Milchleistung bei den KetoDuo-Gruppen im Schnitt etwa 2 kg höher als bei der Kontrollgruppe. Die Unterschiede zwischen den beiden KetoDuo-Gruppen waren gering. Allerdings war die Verbesserung bei Gruppe 1 mit der Anwendung vor dem Abkalben etwas stabiler.

Besonders auffällig ist:
Der Effekt zeigt sich meist nicht sofort am ersten Tag. Erst wenn die erste Stressphase rund um das Abkalben vorbei ist und die Kuh wirklich in die Laktation startet, wird der Unterschied deutlicher. In diesem Datensatz war der Unterschied um Woche 5 am größten und der Vorteil blieb danach sichtbar.

KetoDuo verbessert Energiebereitstellung für Kühe

Der Versuch zeigt einen deutlich positiven Trend bei den Tieren mit einer KetoDuo-Behandlung. Wahrscheinlich aufgrund der einwöchigen Freisetzungsphase des KetoDuo sind die Effekte bei einer Anwendung vor der Kalbung noch stabiler. Die Inhaltsstoffe können dann bereits vor der Kalbung ihre Wirkung entfalten. Durch die höhere Fressaktivität reduziert sich das Energiedefizit und die Kühe können schneller eine stabile Laktationskurve aufbauen.

Die Ergebnisse decken sich mit einem früheren Praxisversuch. In diesem wurde in der KetoDuo Gruppe der BHB-Gehalt in der Milch  signifikant gesenkt, was für einen besseren Energiestoffwechsel spricht. Die Verabreichung des KetoDuo wird aufgrund dieser Ergebnisse vor dem Abkalben empfohlen.

Der „Duo“-Effekt für Leber und Pansen

Die Wirkung von KetoDuo ist – wie der Name bereits vermuten lässt – zweifach. Dieses Boli-Kombinationsprodukt unterstützt die Leberfunktion und stimuliert die Pansenfunktion. Hierdurch verbessert sich der Energiestoffwechsel von Milchkühen.

Wirkung auf die Leber

• Niacin: verbessert u. a. die Fettverdauung und reduziert dadurch die Anreicherung von Ketonkörpern.
• Pansenstabile B-Vitamine (B2, B12): fördern u. a. die Umwandlung von Fettsäuren und entlasten die Leber.
• Cholin, Betain, Methionin: helfen, eine Leberverfettung zu begrenzen und unterstützen Fettstoffwechsel und Entgiftung.
• Sorbit: stimuliert die Bildung von Gallensäften.
• Pflanzenextrakte (u. a. Mariendistel, Kurkuma, Fenchel): unterstützen und schützen die Leber.

Wirkung im Pansen

• Propionat: liefert schnell verfügbare Energie (besonders wichtig nach dem Abkalben!).
• Hefe: verbessert die Umsetzung von Futter in Energie.
• Kobalt: unterstützt (über den Pansen) die Bildung von Vitamin B12.
• Niacin und Pflanzenextrakte (u. a. Boldo, Artischocke, Mariendistel): unterstützen Pansenflora, Gallenproduktion und Appetit.

Frühere Untersuchungsergebnisse

In einem früheren Praxisversuch mit 40 Kühen im Herbst 2024 lag der Fokus insbesondere auf Ketose-Indikatoren und Folgeparametern.
Dabei zeigte sich, dass Kühe ohne KetoDuo in der ersten Woche nach dem Abkalben ein höheres Risiko für Ketose hatten.

Weitere Praxiserfahrungen für den Übergang

Neben der Energie ist natürlich die Calciumversorgung entscheidend für einen guten Laktationsstart. Deshalb empfehlen wir stets die zusätzliche Gabe von Calcium rund um das Abkalben. Lesen Sie hier unseren Praxisbericht Höhere Milchleistung durch Calcium Bolus

Darüberhinaus hat sich die ergänzende Mineralstoffversorgung in der Trockenstehzeit mit dem Trockensteller-Bolus. Lesen Sie hier über unseren Feldversuch über Dry Mineral für den besseren Übergang in die Laktation.
bewährt. Und lesen Sie hier, warum für Landwirt Jan Koopman die Trockenstehzeit das Allerwichtigste ist und auf welche Strategie er für einen optimalen Übergang setzt.

Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben?