Familienbetrieb setzt auf Eigenaufzucht, moderne Gesundheitsüberwachung und gezielten Euterschutz
Carmen Lieven · 3 Min. Lesezeit · 24. August 2026
Auf ihrem Milchviehbetrieb bewirtschaftet die Familie von Henning und Christina Stratmann rund 200 Hektar Land. Neben 60 Hektar Grünland und 70 Hektar Mais gehören auch verschiedene Getreidekulturen zum Betrieb. Die Außenwirtschaft wird größtenteils von einem Lohnunternehmer übernommen, während sich die Familie gemeinsam mit zwei festen Mitarbeitern um die tägliche Arbeit im Stall kümmert. Zusätzlich gehören Hühner sowie ein Hofladen zum Familienbetrieb.
Der Betrieb hält aktuell 180 Holstein-Kühe, von denen derzeit 155 gemolken werden. Mit einer durchschnittlichen Jahresleistung von rund 11.000 Litern Milch pro Kuh und einem aktuellen Tagesdurchschnitt von etwa 35 Litern arbeiten die Kühe auf einem hohen Leistungsniveau. Die Milchinhaltsstoffe liegen bei 4,27 % Fett und 3,53 % Eiweiß. Gemolken wird in einem Doppel-10er-Fischgrätenmelkstand.
Eigenaufzucht als Grundlage für eine gesunde Herde
In den vergangenen Jahren wurde die Herde deutlich erweitert, und zwar ausschließlich mit eigener Nachzucht. Auf den Zukauf von Tieren wurde bewusst verzichtet. Die Kälber bleiben zunächst drei Monate auf dem Betrieb, wechseln anschließend in einen Pachtstall und kehren vier bis sechs Wochen vor dem Abkalben zurück.
„Darauf sind wir besonders stolz“, erzählt Christina Stratmann. „Alle Färsen stammen aus eigener Nachzucht und kommen sehr gut in die Milch.“
Auch das Abkalbemanagement funktioniert zuverlässig. Die meisten Kühe kalben selbstständig und benötigen nur selten Unterstützung. Gleichzeitig legt der Betrieb großen Wert auf langlebige Kühe.
„Wenn Leistung und Zellzahl stimmen, dürfen unsere Kühe gerne alt werden. Wir möchten keine möglichst junge Herde haben, wir möchten gesunde und leistungsfähige Kühe.“
Zellzahlen bleiben ein wichtiges Thema
Trotz einer aktuell guten Tankzellzahl von rund 130.000 Zellen/ml bleibt die Eutergesundheit ein Dauerthema.
„Natürlich wären 100.000 oder sogar weniger schön. Deshalb beobachten wir die Zellzahlen jeder einzelnen Kuh ganz genau.“
Neben den monatlichen Daten der Milchkontrolle setzt der Betrieb auf ein modernes Gesundheitsmonitoring mit SmaXtec-Boli. Steigt die Körpertemperatur einer Kuh, wird unmittelbar ein Schalmtest durchgeführt.
Frühzeitig handeln statt spät behandeln
Fällt eine Kuh auf, erhält sie zunächst den Topro Udder Flash Bolus. Verbessert sich die Situation innerhalb weniger Tage nicht, folgt der Topro Udder Bolus, der durch seine längere Wirkdauer die Regeneration zusätzlich unterstützt.
„Das Euter wird wieder weich und die Entzündung geht sichtbar zurück. Meist sieht man die Wirkung schon recht schnell.“
Zusätzlich wird eine Pfefferminz-Eutercreme eingesetzt, um die Durchblutung des Euters anzuregen. Antibiotika kommen dagegen nur dann zum Einsatz, wenn sich der Zustand nach einigen Tagen nicht verbessert.
Auch Kühe mit erhöhten Zellzahlen, die noch kein Fieber zeigen, werden frühzeitig behandelt.
„Wenn wir bei der Milchkontrolle sehen, dass eine Kuh plötzlich eine Million Zellen hat, bekommt sie direkt einen Bolus.“
Warum die Wahl auf Topro fiel
Seit Anfang 2026 setzt der Betrieb auf die Topro Udder- und Udder Flash-Boli. Zuvor wurden andere Knoblauchboli getestet und sogar eigene Knoblauchboli hergestellt.
„Das war allerdings sehr aufwendig und der Erfolg war nicht überzeugend. Außerdem muss es im Stall schnell gehen. Wenn beim Melken eine Kuh auffällt, muss der Bolus sofort verfügbar sein.“
Auch wirtschaftlich überzeugt das Konzept.
„Ein Bolus kostet etwa 25 Euro. Eine Euterentzündung kann mich dagegen schnell 400 Euro kosten, ganz zu schweigen von der Milch, die verloren geht. Da ist die Rechnung eigentlich ganz einfach.“
Klare Empfehlung aus der Praxis
Für die Familie Stratmann steht fest, dass sich der Einsatz der Boli bewährt hat.
„Wir würden den Topro Udder- und den Udder Flash-Bolus auf jeden Fall weiterempfehlen. Das Ergebnis ist top. Und wenn sich eine Antibiotikabehandlung vermeiden lässt, spart das Kosten und Milch.“
Für eine optimale Milchleistung ist ein gesunder Euter zwingend erforderlich. Dem steht in der Praxis entgegen, dass Euterentzündungen als die häufigsten produktionsbedingten Erkrankungen bei Kühen weltweit beschrieben werden (Seegers et…
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