Auslagerung der Färsenaufzucht
Die Jungtieraufzucht ist ein enormer Kostenfaktor in der Milchviehhaltung. Bezogen auf die Vollkosten der Milcherzeugung fällt hier sogar ein Fünftel der Kosten…
Kurz erklärt
Weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat.
Als Färse bezeichnet man ein weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat. Regional heißt sie auch Kalbin, Sterke oder Queen. Bis etwa zum Absetzen spricht man vom Kalb, danach vom Jungrind und ab der Geschlechtsreife von der Färse. Nach dem ersten Abkalben wird aus der Färse eine Jungkuh, auch Erstkalbin oder Erstlaktierende genannt.
In der Milchviehhaltung sind Färsen die eigene Nachzucht. Sie ersetzen die Kühe, die die Herde verlassen. Wie viele Färsen ein Betrieb braucht, hängt von der Remontierungsrate und vom Erstkalbealter ab.
Färsen werden besamt, wenn sie ein ausreichendes Gewicht erreicht haben, bei Holstein meist mit 13 bis 15 Monaten. Als Faustregel gilt etwa 55 bis 60 Prozent des späteren Kuhgewichts. Nach neun Monaten Trächtigkeit kalben sie dann mit 23 bis 25 Monaten. Vor der ersten Abkalbung sollte eine Holsteinfärse etwa 630 kg wiegen.
Das Erstkalbealter (EKA) hat großen Einfluss auf die Kosten. In Schleswig-Holstein lag es 2024 im Mittel bei 27,2 Monaten, die Aufzucht einer Färse kostete dort durchschnittlich 2.659 Euro, davon 56 Prozent Futter. Jeder Monat weniger spart Futter und Platz. Mehr dazu in Auslagerung der Färsenaufzucht.
Ein frühes Erstkalbealter erreicht nur, wer schon in den ersten Wochen auf hohe Zunahmen setzt. Kälber, die vor dem Absetzen mindestens 800 Gramm am Tag zunehmen, wachsen schneller, werden früher besamt und geben in der ersten Laktation mehr Milch. Das nennt man metabolische Programmierung. Durchfall und Atemwegserkrankungen bremsen diese Entwicklung. Ein an Durchfall erkranktes Färsenkalb kostet mindestens 150 Euro, durch Behandlung und eine Woche ohne Wachstum.
Später kontrollieren Sie die Entwicklung am besten über regelmäßiges Wiegen oder ein Maßband. So erkennen Sie früh, ob die Fütterung zur Zielkurve passt. Zu fette Färsen sind dagegen ein Risiko: Sie haben häufiger Schwergeburten, Euterödeme und Stoffwechselprobleme.
Die letzten Wochen vor der Kalbung prägen den Laktationsstart. Färsen sollten mit einem BCS von 3,0 bis 3,5 kalben. Ein großzügiger Laufbereich und eine kaliumarme Ration beugen Euterödemen vor, die bei Färsen häufiger sind als bei älteren Kühen. Viele Betriebe gewöhnen die Färsen vor der Kalbung an den Melkstand oder den Roboter und an die Kuhherde, damit der Wechsel weniger Stress macht.
Rund um die Kalbung brauchen Färsen besonders viel Energie, weil sie neben der Milch noch selbst wachsen. In der Praxis zeigen sich hier oft Energietiefs mit niedriger Futteraufnahme. Ein Beispiel aus einem niederländischen Betrieb lesen Sie in Propylenglykol-Alternative für Kühe in der Startphase.
Manche Betriebe lagern die Färsenaufzucht aus, um Platz und Arbeit zu sparen. Andere kaufen tragende Färsen zu. Beides kann funktionieren, kostet aber Kontrolle über Gesundheit und Fütterung. Mit Zukäufen kommen außerdem neue Erreger in die Herde. Wer auslagert, sollte Zielgewicht, Erstkalbealter und Gesundheitsstatus vertraglich festhalten.
Eine Färse hat noch nicht gekalbt. Mit dem ersten Abkalben wird sie zur Kuh, genauer zur Jungkuh oder Erstkalbin.
Holsteinfärsen werden meist mit 13 bis 15 Monaten besamt, wenn sie etwa 55 bis 60 Prozent ihres späteren Kuhgewichts erreicht haben.
23 bis 25 Monate gelten als Ziel. Ein höheres Erstkalbealter erhöht die Aufzuchtkosten und den Bedarf an Nachzucht.
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