Glossar

Spurenelemente

Kurz erklärt

Mineralstoffe, die das Rind nur in Milligramm-Mengen braucht, etwa Kupfer, Zink, Selen, Mangan, Kobalt und Jod.

Was sind Spurenelemente?

Mineralstoffe werden in zwei Gruppen geteilt. Mengenelemente wie Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium und Kalium braucht die Kuh in Gramm pro Tag. Spurenelemente braucht sie nur in Milligramm. Trotz der kleinen Mengen sind sie unverzichtbar, weil sie Bausteine vieler Enzyme und Hormone sind.

Die wichtigsten Spurenelemente und ihre Aufgaben

  • Kupfer: Immunabwehr, Fruchtbarkeit, Fellpigment und Bindegewebe. Ein Mangel zeigt sich oft an hellem, struppigem Fell, besonders um die Augen.
  • Zink: Haut, Klauenhorn, Zitzenhaut und Wundheilung. Es wird für die Bildung von Keratin gebraucht.
  • Mangan: Fruchtbarkeit sowie Knochen und Knorpel. Ein Mangel wird mit stiller Brunst in Verbindung gebracht.
  • Selen: Zusammen mit Vitamin E Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Ein Mangel schwächt die Abwehr im Euter, begünstigt Nachgeburtsverhaltung und führt bei Kälbern zu Muskelschwäche.
  • Kobalt: Wird von den Pansenmikroben zu Vitamin B12 verarbeitet, das die Kuh für die Energiegewinnung aus Propionsäure braucht.
  • Jod: Baustein der Schilddrüsenhormone, die Stoffwechsel und Fruchtbarkeit steuern. Ein Mangel kann bei Kälbern zu Lebensschwäche führen.

Warum entsteht ein Mangel?

Der Gehalt im Grundfutter schwankt stark mit Boden, Düngung, Schnittzeitpunkt und Wetter. Viele Böden in Deutschland und den Niederlanden sind arm an Selen. Weidegras enthält oft zu wenig Selen, Kupfer, Zink, Kobalt und Jod. Wenn auf der Weide das Kraftfutter wegfällt, fehlt auch dessen Mineralstoffanteil. Mehr dazu in Weidegang: Mineralstoffe im Fokus.

Spurenelemente beeinflussen sich außerdem gegenseitig. Molybdän, Schwefel und Eisen binden Kupfer, sodass die Kuh weniger davon aufnimmt, obwohl die Ration rechnerisch genug enthält. Organisch gebundene Spurenelemente, etwa als Chelate, werden teilweise besser aufgenommen als anorganische Salze.

Trockenstehzeit und Kalb

Besonders in der Trockenstehzeit wird die Versorgung oft unterschätzt. Trockensteher bekommen häufig Futterreste oder Grundfutter geringerer Qualität. In dieser Zeit wächst das Kalb am stärksten und legt über die Plazenta Reserven an, etwa in der Leber. Die Versorgung der Kuh beeinflusst auch die Qualität des Kolostrums. Mehr dazu in Die Trockenstehzeit ist wichtig für das Kalb.

Woran erkennen Sie einen Mangel?

Ein Mangel an Spurenelementen zeigt sich selten an einem einzelnen Symptom. Typisch sind Hinweise bei mehreren Tieren einer Gruppe:

  • Kälber mit Wachstumsverzögerung, schwacher Abwehr und Fellproblemen
  • Färsen mit schwacher Brunst und vielen Umrindern
  • mehr Nachgeburtsverhaltungen und schwache Kälber nach der Kalbung
  • mehr Euterentzündungen und Klauenprobleme

Wenn mehrere Tiergruppen auffallen, lohnt eine Blutuntersuchung bei einigen Tieren. Für Kupfer gibt die Leber das genauere Bild, das Blut zeigt einen Mangel oft erst spät.

Wie lässt sich die Versorgung sichern?

  • Mineralfutter in der TMR: gleichmäßige Versorgung, wenn die Ration gut gemischt ist.
  • Leckschalen und Lecksteine: einfach, aber die Aufnahme schwankt zwischen den Tieren stark.
  • Bolus: gibt Spurenelemente über Wochen oder Monate gleichmäßig ab und sichert die Versorgung jedes einzelnen Tieres, auch auf der Weide oder in der Trockenstehzeit.

Zu viel ist ebenfalls schädlich. Selen und Kupfer sind in hohen Mengen giftig, Schafe reagieren besonders empfindlich auf Kupfer. Rechnen Sie alle Quellen zusammen, bevor Sie zusätzlich ergänzen.

Häufige Fragen

Welche Spurenelemente brauchen Rinder?

Vor allem Kupfer, Zink, Mangan, Selen, Kobalt und Jod, dazu Eisen und Molybdän in kleinen Mengen.

Woran erkenne ich einen Spurenelementmangel?

Meist an Hinweisen bei mehreren Tieren: schlechtes Wachstum und Fell bei Kälbern, schwache Brunst bei Färsen, mehr Nachgeburtsverhaltungen und Euterprobleme. Eine Blutuntersuchung schafft Klarheit.

Ist zu viel Selen oder Kupfer gefährlich?

Ja. Beide sind in hohen Mengen giftig. Rechnen Sie Mineralfutter, Kraftfutter und weitere Ergänzungen zusammen.

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