Hitzestress bei Milchkühen; Vorbeugung ist besser als Heilung!
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Kurz erklärt
Energie- und eiweißreiches Futter wie Getreide, Mais und Schrote, das das Grundfutter ergänzt.
Kraftfutter ist Futter mit hoher Energie- oder Eiweißdichte und wenig Rohfaser. Im Gegensatz zum Grundfutter wird es meist zugekauft oder als Getreide vom eigenen Betrieb eingesetzt. Eine Kuh mit hoher Leistung kann ihren Bedarf aus Gras und Silage allein nicht decken, weil ihr Pansen nur ein begrenztes Volumen fasst. Kraftfutter schließt diese Lücke.
Auf vielen Betrieben ist das Kraftfutter Teil der TMR. Dann bekommt jede Kuh dieselbe Mischung. Häufig wird eine Teil-TMR für eine mittlere Leistung gemischt und der Rest nach Leistung zugeteilt, über Kraftfutterstationen, im Melkstand oder im Melkroboter. Die Abrufstation hat den Vorteil, dass Kühe am Laktationsbeginn und mit hoher Leistung gezielt mehr bekommen.
Kleine Portionen sind besser als große. Eine große Menge Stärke auf einmal lässt den pH-Wert im Pansen schnell fallen. Verteilen Sie das Kraftfutter deshalb auf mehrere Mahlzeiten über den Tag. Nach der Kalbung sollte es langsam über zwei bis drei Wochen gesteigert werden, damit sich die Pansenmikroben anpassen können.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Sie hängt von der Grundfutterqualität, der Struktur der Ration und der Stärkeart ab. Für den Pansen zählt vor allem das Verhältnis von Kraftfutter zu strukturwirksamem Raufutter. Als Richtwert gelten mindestens 16 bis 18 Prozent Rohfaser in der Trockenmasse der Gesamtration. Mais- und Weizenstärke werden unterschiedlich schnell abgebaut. Weizen und Gerste vergären schnell, Körnermais langsamer.
Hinweise auf zu viel Kraftfutter oder zu wenig Struktur sind dünner, gelber Kot mit unverdauten Körnern, wenig wiederkauende Kühe im Liegebereich und ein Fett-Eiweiß-Quotient unter 1,0 in der MLP. Später folgen oft Klauenprobleme.
In der Trockenstehzeit wird wenig oder kein Kraftfutter gegeben, damit die Kuh nicht verfettet. In den letzten zwei bis drei Wochen vor der Kalbung wird der Pansen mit einer kleinen Menge an die Laktationsration gewöhnt. Bei Färsen vor der Kalbung sollten es nicht mehr als 2 bis 3 kg am Tag sein, weil zu viel Energie Euterödeme fördert.
Bei Hitze ist weniger Kraftfutter oft besser für den Pansen, weil die Kühe weniger wiederkauen und durch Hecheln Puffer verlieren. Mehr dazu in Hitzestress bei Milchkühen. Auf der Weide fehlt mit dem Kraftfutter oft auch ein Teil der Mineralstoffe, das lesen Sie in Weidegang: Mineralstoffe im Fokus.
Kraftfutter ist oft der größte zugekaufte Kostenblock. Rechnen Sie deshalb mit der Milch, die aus dem Grundfutter erzeugt wird. Je besser Silage und Heu sind, desto weniger Kraftfutter braucht die Kuh für dieselbe Leistung.
Das hängt von Leistung und Grundfutter ab. Hochleistende Kühe bekommen oft 6 bis 12 kg, verteilt auf mehrere kleine Portionen.
Der pH-Wert im Pansen fällt, es droht eine Pansenazidose. Die Kuh frisst unregelmäßig, der Milchfettgehalt sinkt und später treten häufiger Klauenprobleme auf.
In der frühen Trockenstehzeit kaum. In den letzten zwei bis drei Wochen vor der Kalbung gewöhnt eine kleine Menge den Pansen an die Laktationsration.
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