Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen
Nach der Kalbung ist die Ketose bei der Milchkuh eine der häufigsten Erkrankungen. In den ersten beiden Monaten nach der Kalbung leidet…
Kurz erklärt
Der Anteil eines Futters, der nach dem Entzug des Wassers übrig bleibt, Grundlage jeder Rationsberechnung.
Jedes Futter besteht aus Wasser und Trockenmasse. Die Trockenmasse, abgekürzt TM, ist der Teil, der nach dem vollständigen Trocknen übrig bleibt. Gleichbedeutend wird der Begriff Trockensubstanz, kurz TS, verwendet. In der Trockenmasse stecken alle Nährstoffe: Energie, Eiweiß, Fett, Fasern und Mineralstoffe.
Futtermittel enthalten sehr unterschiedlich viel Wasser. Ein Kilogramm frische Grassilage liefert viel weniger Nährstoffe als ein Kilogramm Heu. Damit sich Futter vergleichen lassen, werden Nährstoffgehalte in Gramm oder MJ je kg Trockenmasse angegeben. Auch die Futteraufnahme der Kuh wird in kg TM gerechnet.
Ungefähre Trockenmassegehalte:
Weil der TM-Gehalt von Silagen von Silo zu Silo und sogar innerhalb eines Silos schwankt, lohnt es sich, ihn regelmäßig zu bestimmen. Eine Silage mit 30 statt 35 Prozent TM bedeutet, dass die Kühe bei gleicher Frischmasse spürbar weniger Nährstoffe bekommen.
Genaue Werte liefert eine Futtermittelanalyse im Labor. Im Betrieb lässt sich der TM-Gehalt einfach selbst bestimmen. Wiegen Sie eine Probe ab, trocknen Sie sie in der Mikrowelle oder einem speziellen Futtertrockner, bis sich das Gewicht nicht mehr ändert, und wiegen Sie erneut. Das Restgewicht geteilt durch das Ausgangsgewicht ergibt den TM-Anteil.
Die Trockenmasseaufnahme ist die wichtigste Größe in der Fütterung, weil sie begrenzt, wie viel Energie die Kuh bekommt. Richtwerte:
In den Tagen vor der Kalbung sinkt die Trockenmasseaufnahme natürlicherweise. Nach der Kalbung steigt sie langsamer als die Milchleistung. Daraus entsteht die negative Energiebilanz. Mehr dazu in Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen.
Auch der TM-Gehalt der fertigen Ration zählt. Eine TMR mit etwa 40 bis 50 Prozent Trockenmasse lässt sich gut fressen. Ist sie zu trocken, sortieren die Kühe leichter aus. Ist sie zu nass, sinkt die Aufnahme. Wird eine trockene Ration mit Wasser angefeuchtet, haftet das Kraftfutter besser an den Fasern.
Auch beim Kolostrum und in der Kälbertränke ist die Trockenmasse ein Qualitätsmaß. Der Brix-Wert des Kolostrums schätzt den Trockenmassegehalt, gutes Kolostrum liegt über 25 Prozent TM. Milchaustauscher wird für eine intensive Tränke oft mit etwa 15 Prozent TM angerührt. Mehr dazu in Kolostrum-Management für den richtigen Start.
Viele Rationen werden einmal mit Labor-TM-Werten berechnet und dann monatelang gleich gemischt. Wenn sich die Silage im Anschnitt ändert oder es auf das offene Silo regnet, stimmt die Ration nicht mehr. Eine wöchentliche TM-Bestimmung der Hauptsilagen hält die Ration genauer.
Keiner. Trockenmasse (TM) und Trockensubstanz (TS) bezeichnen dasselbe: den Anteil des Futters ohne Wasser.
In den ersten 60 Laktationstagen etwa 2,5 bis 2,8 kg je 100 kg Körpergewicht, hochleistende Kühe später oft über 23 kg am Tag.
Probe abwiegen, in Mikrowelle oder Futtertrockner trocknen, bis das Gewicht gleich bleibt, und erneut wiegen. Restgewicht durch Ausgangsgewicht ergibt den TM-Anteil.
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