Metabolische Programmierung für höhere Lebensleistung
Das Wachstum in der Kälberaufzucht ist ausschlaggebend für die spätere Milchleistung der Kuh. Meistens wird dieses Phänomen als metabolische Programmierung bezeichnet, die…
Kurz erklärt
Der gesamte stickstoffhaltige Anteil im Futter, berechnet aus dem Stickstoffgehalt mal 6,25.
Rohprotein ist ein Analysewert. Das Labor misst den Stickstoffgehalt im Futter und rechnet ihn mit dem Faktor 6,25 in Protein um, weil Eiweiß im Mittel 16 Prozent Stickstoff enthält. Der Wert umfasst echtes Eiweiß aus Aminosäuren und Nicht-Protein-Stickstoff wie Harnstoff oder Ammoniak. Abgekürzt wird Rohprotein als XP oder RP und meist in Gramm je kg Trockenmasse oder in Prozent der Trockenmasse angegeben.
Beim Wiederkäuer läuft die Eiweißversorgung über zwei Wege. Ein großer Teil des Futterproteins wird im Pansen von den Mikroben zu Ammoniak abgebaut. Die Mikroben bauen daraus ihr eigenes Eiweiß auf, wenn sie gleichzeitig genug Energie haben. Später werden sie im Dünndarm verdaut. Mikrobenprotein hat eine sehr gute Zusammensetzung.
Ein kleinerer Teil des Futterproteins passiert den Pansen unverändert. Dieses Durchflussprotein, auch UDP genannt, wird direkt im Darm verdaut. Pansengeschützte Eiweißfutter haben einen höheren Anteil davon.
Für die Rationsplanung in Deutschland werden zwei Werte genutzt:
Bei einer negativen RNB fehlt den Mikroben Stickstoff, sie wachsen schlechter und die Faserverdauung leidet. Bei einer deutlich positiven RNB entsteht mehr Ammoniak, als die Mikroben nutzen. Die Leber wandelt es in Harnstoff um, was Energie kostet und über Harn und Milch ausgeschieden wird.
Der Bedarf hängt von der Milchleistung ab. Rationen für hochleistende Kühe liegen oft bei etwa 16 bis 17 Prozent Rohprotein in der Trockenmasse. Trockensteher brauchen deutlich weniger. Für Kälberstarter sind rund 20 Prozent üblich, weil junge Tiere viel Eiweiß für das Wachstum brauchen.
Gras und Grassilage enthalten oft viel Rohprotein, Maissilage wenig. Rationen mit viel Mais werden deshalb mit Raps- oder Sojaschrot ergänzt. Junges Weidegras im Frühjahr ist dagegen so eiweißreich, dass die RNB stark positiv werden kann.
Der Harnstoffgehalt der Milch aus der MLP zeigt, wie gut Energie und Eiweiß im Pansen zusammenpassen. Als Richtwert gelten etwa 150 bis 250 mg je Liter. Liegt er dauerhaft höher, ist meist zu viel Rohprotein oder zu wenig Energie in der Ration. Liegt er niedriger, fehlt den Pansenmikroben Stickstoff. Betrachten Sie den Wert zusammen mit dem Milcheiweißgehalt: Niedriges Eiweiß deutet eher auf Energiemangel hin.
Ein Eiweißüberschuss belastet Leber und Stoffwechsel, kostet Geld und erhöht die Stickstoffausscheidung über die Gülle. Er wird außerdem mit schlechterer Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Ein Mangel senkt die Futteraufnahme, die Faserverdauung und die Milchleistung. Rund um die Kalbung ist eine gute Eiweißversorgung wichtig, damit die Kuh nicht zu viel Körpersubstanz abbaut.
Das Labor misst den Stickstoffgehalt des Futters und multipliziert ihn mit 6,25.
Rohprotein ist der gesamte Stickstoff im Futter. nXP ist das Eiweiß, das tatsächlich am Dünndarm ankommt: Mikrobenprotein aus dem Pansen plus unabgebautes Futterprotein.
Er zeigt das Verhältnis von Energie und Eiweiß im Pansen. Richtwert sind etwa 150 bis 250 mg je Liter Milch.
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