Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben?
In der Transitphase ist die optimale Versorgung mit Energie für Kühe mitunter die größte Herausforderung. Die Milchproduktion beginnt, Hormone schwanken und die…
Kurz erklärt
Automatisches Melksystem (AMS), in dem die Kuh selbst zum Melken geht und Sensoren jede Melkung auswerten.
Ein Melkroboter, auch automatisches Melksystem oder AMS genannt, melkt Kühe ohne Melker im Melkstand. Die Kuh geht selbst in die Melkbox, meist gelockt durch Kraftfutter. Der Roboter erkennt sie am Transponder, reinigt die Zitzen, setzt das Melkzeug mit einem Arm an und nimmt es nach dem Melken jedes Viertels einzeln ab. Bekannte Hersteller sind Lely, DeLaval und GEA.
Je nach System und Leistung versorgt eine Box etwa 50 bis 70 Kühe. Die Kühe kommen im Schnitt zwei- bis dreimal am Tag, frisch laktierende und hochleistende öfter als Kühe am Laktationsende.
Bei jeder Melkung entstehen Messwerte, meist pro Viertel:
Viele Betriebe kombinieren den Roboter mit Halsbändern oder Ohrsensoren. Diese messen Aktivität, Fresszeit und Wiederkauen und helfen bei der Brunsterkennung.
Der größte Vorteil der Daten ist, dass sie Veränderungen zeigen, bevor die Kuh sichtbar krank ist. Eine Kuh, die nach der Kalbung nicht gut startet, frisst weniger, kaut weniger wieder, kommt seltener zum Roboter und steigert ihre Milchmenge nicht. Wie man das auswertet, zeigt Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben?.
Bei der Eutergesundheit ist die Leitfähigkeit das wichtigste Signal. Steigt sie um mehr als 30 Prozent über den Durchschnitt der Kuh, lohnt ein Schalmtest. Ein Feldversuch auf Roboterbetrieben dazu: Leitfähigkeit mit Knoblauchbolus reduzieren.
Das Kraftfutter in der Box ist Lockmittel und Leistungsfutter zugleich. Es lässt sich je Kuh nach Leistung und Laktationstag zuteilen. Viele Roboter haben eine zweite Dosierstation für Flüssigfutter, über die frisch abgekalbte Kühe gezielt Energie bekommen. Wenn Kühe zu wenig Kraftfutter im Roboter abrufen, kommen sie seltener, deshalb muss die Ration am Futtertisch zum Roboterfutter passen.
Die Arbeit verschiebt sich vom Melken zur Kontrolle. Statt zweimal am Tag im Melkstand zu stehen, gehen Sie Aufmerksamkeitslisten durch, holen Kühe, die zu lange nicht gemolken wurden, und kontrollieren Auffälligkeiten. Gute Klauengesundheit ist wichtiger als im Melkstand, weil lahme Kühe seltener freiwillig zum Roboter gehen. Für Färsen lohnt es sich, sie vor der Kalbung an die Box zu gewöhnen.
Melkhygiene bleibt Pflicht. Der Roboter reinigt die Zitzen, ersetzt aber nicht die regelmäßige Kontrolle von Zitzenbechern, Vakuum und Zitzenkuppen. Wechseln Sie die Zitzengummis nach den Herstellerangaben.
Das hängt von Herdengröße, Arbeitskräften und Stall ab. Der Roboter spart vor allem feste Melkzeiten und gibt mehr Flexibilität im Tagesablauf. Dafür sind Anschaffung und Wartung teuer, und der Betrieb muss rund um die Uhr erreichbar sein, wenn eine Störung auftritt. Viele Betriebe berichten von etwas mehr Milch durch die höhere Melkfrequenz, vor allem bei frischen Kühen.
Wichtig ist eine gute Planung des Kuhverkehrs. Freier Kuhverkehr, gelenkter Kuhverkehr mit Selektionstoren oder Feed-First-Systeme haben jeweils Vor- und Nachteile für Fressverhalten und Melkfrequenz.
Eine Box versorgt je nach System und Milchleistung etwa 50 bis 70 Kühe.
Im Schnitt zwei- bis dreimal am Tag. Frisch laktierende Kühe mit hoher Leistung kommen öfter.
Sie kann auf eine beginnende Euterentzündung hindeuten. Ein Anstieg um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Kuh ist ein Grund, das Viertel mit einem Schalmtest zu prüfen.
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