Hitzestress bei Milchkühen; Vorbeugung ist besser als Heilung!
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Kurz erklärt
Übersäuerung des Pansens durch zu viel leicht verdauliche Kohlenhydrate und zu wenig Struktur.
Bei der Pansenazidose ist der Pansen übersäuert. Die Pansenmikroben vergären Kohlenhydrate zu Säuren. Normalerweise werden diese über die Pansenwand aufgenommen und durch den Speichel abgepuffert. Bekommt die Kuh mehr leicht verdauliche Stärke oder Zucker, als der Pansen verkraftet, entstehen die Säuren schneller, als sie abgebaut werden. Der pH-Wert fällt.
Der normale pH-Wert im Pansen liegt etwa zwischen 6,0 und 6,8. Man unterscheidet zwei Formen:
Einzelne Kühe zeigen selten klare Symptome. Typisch sind Zeichen in der Herde:
Die Säure schädigt die Pansenwand. Bakterien und Giftstoffe gelangen dann leichter ins Blut, was Entzündungen im Körper und Leberabszesse begünstigen kann.
Der beste Schutz ist eine wiederkäuergerechte Ration. Als Richtwert gelten mindestens 16 bis 18 Prozent Rohfaser in der Trockenmasse mit ausreichend Struktur. Mischen Sie die TMR so, dass die Kühe nicht aussortieren können. Stroh sollte 2 bis 4 cm lang geschnitten sein. Eine zu trockene Mischung begünstigt das Selektieren.
Füttern Sie Kraftfutter in kleinen Portionen über den Tag verteilt und steigern Sie es nach der Kalbung über zwei bis drei Wochen. Achten Sie auf die Stärkequelle: Körnermais wird langsamer abgebaut als Weizen. Puffersubstanzen wie Natriumbikarbonat können die Ration ergänzen, ersetzen aber keine Struktur.
Zählen Sie regelmäßig, wie viele der liegenden Kühe wiederkauen. Es sollte mindestens die Hälfte sein. Beurteilen Sie den Kot und schauen Sie in der MLP auf Fettgehalt und FEQ. Kühe mit Halsband- oder Ohrsensoren liefern die Wiederkauzeit pro Tag. Sinkt sie in einer Gruppe, lohnt ein Blick auf die Ration.
Wenn Kühe deutlich krank wirken, nicht fressen oder Durchfall haben, rufen Sie Ihren Tierarzt. Mehr über den Pansen und Hitzestress lesen Sie in Hitzestress bei Milchkühen.
Die Folgen einer Pansenazidose zeigen sich oft erst Wochen später. Entzündungsstoffe aus der geschädigten Pansenwand stören die Durchblutung der Lederhaut in der Klaue. Das Horn wird schlechter, es entstehen Blutungen in der Sohle und Defekte an der weißen Linie. Auch die Biotinbildung im Pansen sinkt.
Liegt der pH-Wert im Pansen mehrere Stunden am Tag unter etwa 5,8, spricht man von einer subakuten Pansenazidose. Unter etwa 5,0 ist sie akut.
Typisch sind schwankende Futteraufnahme, dünner Kot mit unverdauten Teilen, wenig Wiederkauen und ein niedriger Milchfettgehalt mit einem FEQ unter 1,0.
Puffersubstanzen können die Ration ergänzen. Ohne genug Struktur und ein angepasstes Kraftfuttermanagement reicht das aber nicht.
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