Glossar

Trockenmasse

Kurz erklärt

Der Anteil eines Futters, der nach dem Entzug des Wassers übrig bleibt, Grundlage jeder Rationsberechnung.

Was ist Trockenmasse?

Jedes Futter besteht aus Wasser und Trockenmasse. Die Trockenmasse, abgekürzt TM, ist der Teil, der nach dem vollständigen Trocknen übrig bleibt. Gleichbedeutend wird der Begriff Trockensubstanz, kurz TS, verwendet. In der Trockenmasse stecken alle Nährstoffe: Energie, Eiweiß, Fett, Fasern und Mineralstoffe.

Warum wird in Trockenmasse gerechnet?

Futtermittel enthalten sehr unterschiedlich viel Wasser. Ein Kilogramm frische Grassilage liefert viel weniger Nährstoffe als ein Kilogramm Heu. Damit sich Futter vergleichen lassen, werden Nährstoffgehalte in Gramm oder MJ je kg Trockenmasse angegeben. Auch die Futteraufnahme der Kuh wird in kg TM gerechnet.

Ungefähre Trockenmassegehalte:

  • frisches Weidegras: etwa 15 bis 20 Prozent
  • Grassilage: etwa 30 bis 40 Prozent
  • Maissilage: etwa 30 bis 35 Prozent
  • Heu und Stroh: etwa 85 bis 88 Prozent
  • Kraftfutter und Getreide: etwa 87 bis 89 Prozent
  • Kuhmilch: etwa 12,5 Prozent

Weil der TM-Gehalt von Silagen von Silo zu Silo und sogar innerhalb eines Silos schwankt, lohnt es sich, ihn regelmäßig zu bestimmen. Eine Silage mit 30 statt 35 Prozent TM bedeutet, dass die Kühe bei gleicher Frischmasse spürbar weniger Nährstoffe bekommen.

Wie messen Sie die Trockenmasse?

Genaue Werte liefert eine Futtermittelanalyse im Labor. Im Betrieb lässt sich der TM-Gehalt einfach selbst bestimmen. Wiegen Sie eine Probe ab, trocknen Sie sie in der Mikrowelle oder einem speziellen Futtertrockner, bis sich das Gewicht nicht mehr ändert, und wiegen Sie erneut. Das Restgewicht geteilt durch das Ausgangsgewicht ergibt den TM-Anteil.

Wie viel Trockenmasse frisst eine Kuh?

Die Trockenmasseaufnahme ist die wichtigste Größe in der Fütterung, weil sie begrenzt, wie viel Energie die Kuh bekommt. Richtwerte:

  • Trockensteher in der Close-up-Phase: etwa 1,5 bis 1,8 kg TM je 100 kg Körpergewicht
  • in den ersten 60 Laktationstagen: etwa 2,5 bis 2,8 kg TM je 100 kg Körpergewicht, also rund 19 bis 21 kg bei 750 kg
  • hochleistende Kühe in der Hochlaktation: oft über 23 kg TM am Tag

In den Tagen vor der Kalbung sinkt die Trockenmasseaufnahme natürlicherweise. Nach der Kalbung steigt sie langsamer als die Milchleistung. Daraus entsteht die negative Energiebilanz. Mehr dazu in Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen.

Trockenmasse in der Ration

Auch der TM-Gehalt der fertigen Ration zählt. Eine TMR mit etwa 40 bis 50 Prozent Trockenmasse lässt sich gut fressen. Ist sie zu trocken, sortieren die Kühe leichter aus. Ist sie zu nass, sinkt die Aufnahme. Wird eine trockene Ration mit Wasser angefeuchtet, haftet das Kraftfutter besser an den Fasern.

Trockenmasse beim Kalb

Auch beim Kolostrum und in der Kälbertränke ist die Trockenmasse ein Qualitätsmaß. Der Brix-Wert des Kolostrums schätzt den Trockenmassegehalt, gutes Kolostrum liegt über 25 Prozent TM. Milchaustauscher wird für eine intensive Tränke oft mit etwa 15 Prozent TM angerührt. Mehr dazu in Kolostrum-Management für den richtigen Start.

Typische Fehler

Viele Rationen werden einmal mit Labor-TM-Werten berechnet und dann monatelang gleich gemischt. Wenn sich die Silage im Anschnitt ändert oder es auf das offene Silo regnet, stimmt die Ration nicht mehr. Eine wöchentliche TM-Bestimmung der Hauptsilagen hält die Ration genauer.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen TM und TS?

Keiner. Trockenmasse (TM) und Trockensubstanz (TS) bezeichnen dasselbe: den Anteil des Futters ohne Wasser.

Wie viel Trockenmasse frisst eine Milchkuh?

In den ersten 60 Laktationstagen etwa 2,5 bis 2,8 kg je 100 kg Körpergewicht, hochleistende Kühe später oft über 23 kg am Tag.

Wie bestimme ich die Trockenmasse von Silage selbst?

Probe abwiegen, in Mikrowelle oder Futtertrockner trocknen, bis das Gewicht gleich bleibt, und erneut wiegen. Restgewicht durch Ausgangsgewicht ergibt den TM-Anteil.

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