Glossar: Fachbegriffe rund um Milchvieh

85 Begriffe aus Fütterung, Eutergesundheit, Stoffwechsel und Kälberaufzucht, kurz erklärt. Die Begriffe stehen so auch in unseren Wissensbank-Artikeln, dort erkennen Sie sie an der gepunkteten Linie.

Eigene Seite Zu diesen Begriffen gibt es eine ausführliche Seite.

A

B

Bakteriologische Untersuchung (BU)

Auch: BU

Für die BU wird nach gründlicher Reinigung der Zitze eine sterile Viertelgemelksprobe genommen und im Labor angezüchtet. Das Ergebnis zeigt, ob ein kuhassoziierter oder ein umweltassoziierter Erreger dahintersteckt, und damit, wo Sie im Betrieb ansetzen. Schnelltests auf dem Betrieb unterscheiden zumindest gram-positive und gram-negative Erreger.

Hohe Zellzahl senken ohne Antibiotika: ein Stufenplan für den Betrieb Euterentzündung bei Kühen: erkennen, Ursachen und was Sie selbst tun können

C

D

DCAB

Auch: Kationen-Anionen-Bilanz

Die DCAB vergleicht positiv geladene Mineralstoffe (vor allem Natrium und Kalium) mit negativ geladenen (Chlorid und Schwefel) und wird in meq je kg Trockenmasse angegeben. Eine niedrige DCAB in der Close-up-Phase säuert das Blut leicht an und regt die Kuh an, Calcium aus den Knochen zu holen. Kontrolliert wird das über den Harn-pH. Grundfutter sollte dafür auf DCAB analysiert werden.

Den Übergang optimal meistern: Mineralstoffe machen den Unterschied💪 Calciumversorgung und Milchfieber

Drenchen

Beim Drenchen werden meist 40 bis 60 Liter lauwarmes Wasser, oft mit Energie und Mineralstoffen, über Sonde und Pumpe in den Pansen gegeben. Das hilft frisch abgekalbten oder kranken Kühen, die zu wenig trinken und fressen. Das Einführen der Sonde verlangt Übung. Anleitung und Mengen in Kühe drenchen.

Kühe drenchen: Warum, wann, wie viel und womit?

E

E. coli

Auch: Escherichia coli

Escherichia coli kommt im Kot vor und gelangt über Einstreu und Mist an die Zitze. Coli-Mastitiden verlaufen oft akut mit Fieber, heilen bei guter Abwehr aber häufig von selbst. Bei Kälbern ist E. coli einer der typischen Durchfallerreger in den ersten Lebenstagen. Als gram-negatives Bakterium reagiert es anders auf Behandlungen als Staphylokokken.

Euterentzündung bei Kühen: erkennen, Ursachen und was Sie selbst tun können Kälberdurchfall gefährdet lebenslange Leistung

Ergänzungsfuttermittel Eigene Seite

Auch: Diätfuttermittel, Mineralfuttermittel

Ein Ergänzungsfuttermittel ergänzt die Tagesration und reicht allein nicht als Futter aus. Mineralfuttermittel sind Ergänzungsfutter mit hohem Mineralstoffanteil. Diätfuttermittel haben einen festgelegten besonderen Ernährungszweck. Alle sind Futtermittel, keine Tierarzneimittel.

Mehr zu Ergänzungsfuttermittel Knoblauchbolus selber machen oder fertig kaufen? Die Unterschiede im Überblick Euterentzündung bei Kühen: erkennen, Ursachen und was Sie selbst tun können

Erstkalbealter (EKA)

Auch: EKA

Ein Erstkalbealter von 23 bis 25 Monaten gilt als Ziel. Jeder Monat mehr kostet Futter und Platz und erhöht bei gleicher Remontierungsrate den Nachzuchtbedarf. In Schleswig-Holstein lag es 2024 im Mittel bei 27,2 Monaten. Voraussetzung für ein frühes EKA sind gute Zunahmen schon in der Kälberzeit.

Auslagerung der Färsenaufzucht Ihr Nachwuchs, Ihr zukünftiges Einkommen

Euterentzündung

Auch: Mastitis

Bei der klinischen Mastitis sehen Sie Flocken, wässrige Milch oder ein heißes, geschwollenes Viertel. Die subklinische Form erkennen Sie nur an der Zellzahl oder der Leitfähigkeit, sie ist 15- bis 40-mal häufiger. Ein klinischer Fall kostet schnell 300 bis 500 Euro. Erkennen, Ursachen und erste Schritte in Euterentzündung bei Kühen.

Euterentzündung bei Kühen: erkennen, Ursachen und was Sie selbst tun können Hohe Zellzahl senken ohne Antibiotika: ein Stufenplan für den Betrieb

Euterparenchym

Auch: Eutergewebe

Das Euterparenchym besteht aus den Drüsenbläschen, in denen die Milch gebildet wird. Seine Anlage beginnt schon in den ersten Lebenswochen des Kalbes. Intensiv getränkte Kälber bilden nachweislich mehr davon, was zur metabolischen Programmierung gehört.

Metabolische Programmierung für höhere Lebensleistung

F

Feldversuch

Auch: Praxisversuch

In einem Feldversuch werden Tiere auf normalen Betrieben in eine Test- und eine Kontrollgruppe geteilt und Daten wie Milchleistung oder Wiederkauaktivität verglichen. Die Ergebnisse sind praxisnah, die Tierzahlen aber oft klein. Ob ein Unterschied statistisch gesichert ist, sagt der p-Wert, meist mit der Grenze 0,05.

Höhere Milchleistung durch Calcium Bolus: Feldversuch Besserer Übergang in die Laktation durch Dry Mineral Bolus: Feldversuch Leitfähigkeit mit Knoblauchbolus reduzieren: Feldversuch🧄

Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ)

Auch: FEQ

Der FEQ wird aus der MLP oder den Roboterdaten berechnet. Ein Wert über 1,4 in den ersten Laktationswochen spricht für starken Körperfettabbau und ein Ketoserisiko. Ein Wert unter 1,0 deutet auf zu wenig Struktur in der Ration und eine mögliche Pansenazidose hin.

Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen

Fettleber

Auch: Leberverfettung

Baut eine Kuh mehr Fett ab, als die Leber verarbeiten kann, lagert sich der Rest in der Leber ein. Die Leber arbeitet dann schlechter, Ketose und Fressunlust verstärken sich gegenseitig. Verfettete Kühe sind besonders gefährdet. Schwere Fälle sind schwer zu behandeln, Vorbeugung über die Trockensteherfütterung zählt deshalb mehr.

Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen Warum steht meine Kuh nicht auf?

Futteraufnahme

Die Futteraufnahme begrenzt, wie viel Energie die Kuh bekommt. Kurz vor der Kalbung sinkt sie und steigt danach langsamer als die Milchleistung, daraus entsteht die negative Energiebilanz. In den ersten 60 Laktationstagen sind 2,5 bis 2,8 kg Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht ein Richtwert. Melkroboter und Halsbänder zeigen die Fressdauer als Frühwarnzeichen.

Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen Bessere Vitalität zu Laktationsbeginn mit Topro Recover: Feldversuch Besserer Übergang in die Laktation durch Dry Mineral Bolus: Feldversuch

G

H

Hitzestress

Kühe fühlen sich zwischen -5 °C und 18 °C am wohlsten. Darüber fressen sie weniger, bis zu 22 Prozent, verlieren Puffer über das Hecheln und zeigen höhere Zellzahlen. Hitzestress in der Trockenstehzeit senkt die Milchleistung der ganzen folgenden Laktation. Gegenmaßnahmen sind Lüftung, Schatten, Wasser und mehrmals tägliches Füttern.

Mit der Hitze steigen auch die Zellzahlen Hitzestress bei Milchkühen; Vorbeugung ist besser als Heilung! Hitzestress in Kombination mit Fruchtbarkeit

I

Immunglobuline

Auch: Antikörper, IgG

Immunglobuline sind Antikörper. Die Kuh gibt sie nicht über die Plazenta weiter, deshalb kommt das Kalb ohne Schutz zur Welt und braucht sie aus dem Kolostrum. Der Darm nimmt sie nur in den ersten Lebensstunden gut auf. Wichtigste Gruppe im Kolostrum ist IgG, ihr Gehalt lässt sich über den Brix-Wert schätzen.

Kolostrum-Management für den richtigen Start Ihr Nachwuchs, Ihr zukünftiges Einkommen

K

L

M

Melkroboter Eigene Seite

Auch: Automatisches Melksystem, AMS

Ein Melkroboter melkt die Kühe ohne Melker. Die Kuh geht freiwillig in die Box, der Roboterarm setzt das Melkzeug an und Sensoren messen Milchmenge, Leitfähigkeit und weitere Werte. Diese Daten zeigen Probleme oft früher als das Auge.

Mehr zu Melkroboter Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben? Leitfähigkeit mit Knoblauchbolus reduzieren: Feldversuch🧄 Familie Jacob aus Hüde-Berglage setzt auf moderne Milchviehhaltung, Langlebigkeit und Direktvermarktung

Metritis

Auch: Gebärmutterentzündung

Metritis tritt vor allem nach Schwergeburten und Nachgeburtsverhaltung auf. Typisch sind übelriechender Ausfluss, Fieber und weniger Futteraufnahme. Kühe mit Milchfieber und Ketose sind häufiger betroffen. Diagnose und Behandlung gehören zum Tierarzt.

Calciumversorgung und Milchfieber Klinische und subklinische Symptome

Milchfieber

Auch: Gebärparese, Hypokalzämie

Mit dem Milchbeginn verliert die Kuh mehr Calcium, als sie aus Futter und Knochen nachliefern kann. Klinisch liegt sie fest, subklinisch fällt nur der niedrige Calciumspiegel im Blut auf, mit mehr Mastitis, Labmagenverlagerung und Ketose als Folge. Ältere Kühe sind häufiger betroffen. Mehr in Calciumversorgung und Milchfieber.

Calciumversorgung und Milchfieber Höhere Milchleistung durch Calcium Bolus: Feldversuch Klinische und subklinische Symptome

N

Nachgeburtsverhaltung

Auch: Plazentaretention

Normalerweise geht die Nachgeburt wenige Stunden nach der Kalbung ab. Bleibt sie länger, steigt das Risiko für Metritis und Fruchtbarkeitsprobleme. Begünstigt wird sie durch Schwergeburten, Calciummangel und eine schlechte Versorgung mit Selen und Vitamin E.

Calciumversorgung und Milchfieber Die Kälberaufzucht beginnt im Mutterleib

Negative Energiebilanz (NEB)

Auch: NEB

Die Milchleistung steigt nach der Kalbung schneller als die Futteraufnahme. Die Lücke deckt die Kuh aus Körperfett. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal, sie sollte aber höchstens einen BCS-Punkt verlieren. Zwischen dem 50. und 60. Laktationstag sollte die Bilanz wieder ausgeglichen sein. Wird sie zu tief, folgen Ketose und Fettleber.

Ketose bei Kühen verstehen und vorbeugen Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben?

P

Pansen Eigene Seite

Auch: Rumen

Der Pansen ist der größte der drei Vormägen und fasst bei einer erwachsenen Kuh 150 bis 200 Liter. Bakterien, Pilze und Einzeller zerlegen dort Zellulose, die die Kuh selbst nicht verdauen kann. Die dabei entstehenden flüchtigen Fettsäuren decken den größten Teil ihres Energiebedarfs.

Mehr zu Pansen Metabolische Programmierung für höhere Lebensleistung Kühe drenchen: Warum, wann, wie viel und womit? Hitzestress bei Milchkühen; Vorbeugung ist besser als Heilung!

Phosphor

Auch: Hypophosphatämie

Nach der Kalbung sinkt der Phosphorspiegel bei vielen Kühen, weil die Milch viel davon abführt und die Futteraufnahme niedrig ist. Mildere Formen zeigen sich in Appetitlosigkeit. Bei Kühen, die trotz Calcium nicht aufstehen, findet man oft zusätzlich einen Phosphormangel. In der Trockenstehzeit sollte die Ration nicht mehr als 3,0 g Phosphor je kg TM enthalten.

Warum steht meine Kuh nicht auf? Calciumversorgung und Milchfieber

R

Remontierung Eigene Seite

Auch: Remontierungsrate, Bestandsergänzung

Remontierung ist das Ersetzen von Kühen, die die Herde verlassen, durch Färsen aus eigener Aufzucht oder Zukauf. Die Remontierungsrate gibt an, welcher Anteil der Herde pro Jahr ersetzt wird. Bei 33 Prozent bleibt eine Kuh im Schnitt drei Laktationen.

Mehr zu Remontierung Ziel für zwei weitere Laktationen Auslagerung der Färsenaufzucht Gemischtbetrieb setzt auf gezielte Mineralstoffversorgung für einen erfolgreichen Start in die Laktation

S

Schalmtest (CMT) Eigene Seite

Auch: California Mastitis Test, CMT

Beim Schalmtest (California Mastitis Test, CMT) mischen Sie Milch aus jedem Viertel mit einer Testflüssigkeit in einer Schale. Je stärker die Mischung eindickt, desto höher die Zellzahl. Das Ergebnis haben Sie nach wenigen Sekunden.

Mehr zu Schalmtest (CMT) Hohe Zellzahl senken ohne Antibiotika: ein Stufenplan für den Betrieb Euterentzündung bei Kühen: erkennen, Ursachen und was Sie selbst tun können Euterödem bei Kühen: Ursachen, Erkennen und was Sie tun können

T

Transitphase

Auch: Übergangsphase

In der Transitphase wechselt die Kuh von der Trächtigkeit in die Laktation. Futteraufnahme, Hormone und Abwehr ändern sich innerhalb weniger Tage. Die meisten Stoffwechselstörungen und Neuinfektionen des Euters fallen in diese Zeit, sie heißen deshalb auch Übergangskrankheiten.

Bessere Vitalität zu Laktationsbeginn mit Topro Recover: Feldversuch Energie-Boli vor oder nach dem Abkalben? Den Übergang optimal meistern: Mineralstoffe machen den Unterschied💪

Trockenstehzeit

Auch: Trockenstellen

Mit dem Trockenstellen hört das Melken auf, das Euter bildet sich zurück und baut für die nächste Laktation neu auf. In dieser Zeit wächst das Kalb am stärksten und die Kuh legt die Grundlage für Kolostrumqualität und Laktationsstart. Sie teilt sich in die Far-Off- und die Close-up-Phase. Mehr in Trockensteher richtig füttern.

Den Übergang optimal meistern: Mineralstoffe machen den Unterschied💪 Die Trockenstehzeit ist wichtig für das Kalb “Die Trockenstehzeit ist das Allerwichtigste”🐄

U

V

W

Wiederkauaktivität

Eine gesunde Kuh kaut rund acht Stunden am Tag wieder. Halsband- oder Ohrsensoren messen das in Minuten pro Tag. Sinkt die Wiederkauzeit, ist das oft das erste Zeichen für Fressunlust, Pansenprobleme oder eine beginnende Erkrankung, meist vor den sichtbaren Symptomen. In Feldversuchen wird sie als Maß für die Vitalität nach der Kalbung genutzt.

Bessere Vitalität zu Laktationsbeginn mit Topro Recover: Feldversuch Höhere Milchleistung durch Calcium Bolus: Feldversuch Besserer Übergang in die Laktation durch Dry Mineral Bolus: Feldversuch

Z

Unsere Broschüre

Entdecken Sie die Produkte von Farmula für die moderne Rinderhaltung. Unsere Broschüre bietet Ihnen einen kompakten Überblick über unsere Produkte, ihre Anwendungsgebiete und praktische Empfehlungen für eine optimale Tiergesundheit.

Alle Farmula-Produkte für Kälber und Kühe mit Anwendung und Empfehlungen, als PDF.

Broschüre herunterladen
Farmula Produktkatalog Kälber & Kühe